Gentechnik im Freizeitgartenbau

In der politischen Auseinandersetzung und in der öffentlichen Diskussion bleibt die Grüne Gentechnik ein weiterhin umstrittenes Thema. Aktuell weckt das geplante Freihandelsabkommen TTIP bei vielen die Sorge, die Standards für Landwirtschaft und Lebensmittel könnten sinken. In den USA und Kanada gibt es keine gesetzlichen Regelungen zum Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft. Gentechnisch veränderte Pflanzen gelten erst einmal als sicher, solange das Gegenteil nicht bewiesen ist. In Europa dagegen gilt grundsätzlich das Vorsorgeprinzip: Keine Zulassung von Genpflanzen, wenn die Sicherheit nicht bewiesen ist.

Deshalb wird Grüne Gentechnik noch immer als Risiko wahrgenommen. Obwohl es seit Jahren eine biologische Sicherheitsforschung gibt, ist in Deutschland die Auffassung weit verbreitet, mögliche Folgen gentechnisch veränderter Pflanzen für die Umwelt und den Menschen seien nicht ausreichend erforscht. Der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde schließt sich dieser Auffassung an und spricht sich wie bereits in seinem im April 2005 veröffentlichten Positionspapier erneut gegen den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen aus. Versuche zur biologischen Sicherheitsforschung werden zwar laufend durchgeführt, doch erscheinen die Ergebnisse zur Bewertung der Risikoaspekte immer noch unzureichend.

Zur Bestätigung der Unbedenklichkeit werden Toxizitätstests der eingeführten Gene gemacht. Das gentechnisch veränderte Pflanzenmaterial aber, das tatsächlich auf den Feldern wachsen oder in die Nahrungskette gelangen soll, wird auf seine ökologischen und gesundheitlichen Risiken nicht ausreichend analysiert – es fehlen häufig umfangreiche Biosicherheitstests. Die Gesundheitsrisiken durch gentechnisch veränderte Pflanzen in der Nahrungs- oder Konsumkette sind deshalb langfristig nicht einschätzbar. Die grüne Gentechnik ist zwar international sehr verbreitet, wird in Deutschlands Öffentlichkeit aber nach wie vor kontrovers diskutiert. Die meisten Verbraucher sowie zahlreiche Verbände sprechen sich gegen den Anbau und die Verbreitung gentechnisch veränderter Organismen aus.

Derzeit liegen keine detaillierten pflanzenartspezifischen Vorgaben gemäß der Verordnung über die gute fachliche Praxis bei der Erzeugung gentechnisch veränderter Pflanzen vor. Es wäre wünschenswert, schnellstmöglich Rechtssicherheit zu schaffen. Der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde empfiehlt deshalb erneut, auf den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Haus und Garten zu verzichten. Trotzdem plädiert der BDG dafür, sich in der öffentlichen Diskussion weiterhin mit den Chancen der Grünen Gentechnik auseinandersetzen. Entscheidend ist, dass diese Diskussion weitgehend wissenschaftsbasiert bleibt.

Gesamtvorstand des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde e. V.
Magdeburg, den 17. April 2015

Uta Hartleb

Uta Hartleb