GartenDiv startet in die zweite Runde

Kleingarten und Laube, Ravensburg, Quelle: BKD

Zum Hintergrund

Die tatsächliche Biodiversität in deutschen Gärten ist bislang kaum erfasst. Ziel von GartenDiv ist es, diese Lücke zu schließen und das ökologische Potenzial von Gärten sichtbar zu machen. Das Projekt soll aber nicht nur wissenschaftliche Daten liefern, sondern auch die Umweltbildung fördern, indem es Menschen motiviert, sich mit den vielen Arten, die in einem Garten vorkommen können, auseinanderzusetzen.

Erste Ergebnisse aus 2025 zeigen das große Potenzial des Forschungsansatzes

Seit dem Start im Mai 2025 sind 169.205 Beobachtungen in GartenDiv eingegangen. Es haben 2.416 Gärtner:innen eine Garten-ID erstellt, das heißt, ihre Daten sind anonym einem Garten zugeordnet. Es gibt Beobachtungen für 1.930 Hausgärten, 413 Kleingärten, 63 Balkone und 10 sonstige Gartentypen wie beispielsweise Schulgärten. GartenDiv’ler haben 4.458 Pflanzenarten in Gärten erfasst (Stand: 11.5.2026). Ergebnisse werden gerade wissenschaftlich aufgearbeitet und sollen in Publikationen veröffentlicht werden.

Kleingarten mit Staudenbeet, Quelle: BKD

Mitmachen lohnt sich!

Auf Basis des Feedbacks aus dem ersten Jahr haben die Forschenden mehrere Anpassungen vorgenommen. Dazu zählen unter anderem die Einführung von Abzeichen (Badges) sowie eine vereinfachte Erfassung und Zuordnung (Tagging) der Beobachtungen. Das Goldene Badge erhält man beispielsweise, sobald 100 Arten in einem Garten dokumentiert wurden. „Die Weiterentwicklungen greifen Rückmeldungen aus der Community auf, die unter anderem direkt über die App eingebracht wurden“, sagt der Projektleiter.

„Im zweiten Jahr liegt ein besonderer Fokus darauf, Gärten möglichst vollständig zu erfassen. Teilnehmende sollen dazu ermutigt werden, alle Pflanzen in ihrem Garten aufzunehmen, ausdrücklich auch Obst- und Gemüsepflanzen, Wildpflanzen, auch die unscheinbaren Kräuter und kleinen Pflanzen, die man leicht übersieht“, erklärt Staude. Eine Teilnahme an dem Projekt ist ganzjährig möglich.

Partner aus Wissenschaft und Praxis arbeiten zusammen

Für dieses Community-Science-Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena und der Technischen Universität Ilmenau die bereits weit verbreitete Flora Incognita App zur automatischen Pflanzenerkennung für das Projekt GartenDiv angepasst. Die App erfasst die pflanzliche Vielfalt des Gartens, egal ob Haus-, Klein-, Schulgarten oder Balkon, indem die Gärtner:innen die Pflanzen in ihrem Garten fotografieren sowie Fragen zu ihren Beobachtungen beantworten.

Weitere Informationen, neue Funktionen sowie konkrete Anleitungen zur Teilnahme sind auf der Webseite (https://floraincognita.de/gartendiv/) verfügbar.

AnsprechpartnerInnen:

Universität Leipzig, Institut für Biologie, Dr. Ingmar Staude: ingmar.staude@uni-leipzig.de

Julius Kühn-Institut (JKI) – Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, Institut für Bienenschutz, Henri Greil: Henri.Greil@julius-kuehn.de

Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung, iDiv, Prof. Dr. Aletta Bonn: aletta.bonn@idiv.de

Bundesverband der Kleingartenvereine Deutschlands e. V. (BKD), Eva Foos: oeffentlichkeitsarbeit@kleingarten-bund.de