Niedersachsen blüht auf – der Tag des Gartens 2026

Stand des BKD am Tag des Gartens 2026

Der Stand des BKD am Tag des Gartens 2026

Foto: BKD

Seit über 40 Jahren lädt dieser bundesweite Tag des Gartens dazu ein, die Vielfalt des Kleingartenwesens zu entdecken. Auf Initiative des BKD (vormals BDG) wird der Tag des Gartens seit 1984 immer am zweiten Sonntag im Juni gefeiert. Er macht sichtbar, welchen Beitrag Kleingärten für das Wohlbefinden von Mensch und Natur in Stadt und Land leisten.

Am 13. Juni 2026 luden die drei niedersächsischen Landesverbände – Braunschweig, Niedersachsen und Ostfriesland – zur bundeszentralen Festveranstaltung zum Tag des Gartens 2026 ein. Unter dem Motto „Niedersachsen blüht auf – Stadtnah. Naturnah. Menschennah.“ setzten sie gemeinsam mit ihren Kooperations- und Netzwerkpartnern ein sichtbares Zeichen: Kleingärten sind weit mehr als Freizeitflächen. Sie sind grüne Infrastruktur, Bildungsorte und soziale Treffpunkte – gerade in Zeiten von Klimawandel, Artensterben und gesellschaftlicher Vereinzelung.

Bienen, Bestäuber und Pyrolyse: Fachwissen im Mittelpunkt

Basteln für Bestäuber. Foto: C. Neupert, Alle Rechte LNG

Basteln für Bestäuber

Foto: C. Neupert, Alle Rechte LNG

Im Mittelpunkt stand der fachliche Austausch. Stündlich führten Fachberaterinnen und Fachberater gemeinsam mit weiteren Expertinnen und Experten durch den Lehr- und Versuchsgarten. Die Themen reichten von naturnahem Gärtnern über Wassersparen bis hin zur Klimaanpassung.

Wie sieht ein Kleingarten aus, in dem Obst und Gemüse gedeihen und Insekten, Wildtiere und -pflanzen ein Zuhause finden? Diese und viele weitere Fragen beantwortete der Stand des Projekts „Kleingärten für Biologische Vielfalt“ vom BKD und dem Deutsche Schreberjugend Bundesverband e.V., gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt. Mehr unter: www.kleingaerten-biologische-vielfalt.de.

Wer lieber selbst Hand anlegen wollte, kam bei den Mitmachaktionen auf seine Kosten: Gebaut wurden Behausungen für Wildbienen und Ohrenkneifer. Vertieft wurde dieses wichtige Thema durch den NABU, BUND und das Julius Kühn-Institut (JKI).

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Vorstellung des Pyrolyseverfahrens zur Herstellung von Pflanzenkohle in Kooperation mit dem Projekt Karbonara. Die Schreberjugend war mit Bundes- und Landesverband präsent und brachte ihre langjährige Erfahrung in Umweltbildung und Jugendarbeit ein. Ergänzt wurde dieses Engagement durch das Lerngartennetzwerk Hannover. Einen Blick zurück auf die lange Geschichte des Kleingartenwesens ermöglichte das Kleingartenmuseum aus Leipzig.

Kleingärten als Antwort auf aktuelle Herausforderungen

Im Gespräch mit Ministerin Staudte. Foto: C. Neupert, Alle Rechte LNG

Im Gespräch mit Ministerin Staudte.

Foto: C. Neupert, Alle Rechte LNG

Der Tag des Gartens machte sichtbar, was weit über diesen Samstag hinaus gilt: Kleingärten sind eine gesellschaftliche Ressource. Sie kühlen Städte, fördern Biodiversität, speichern Wasser und schaffen Begegnung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Lebenssituation. Die Pflanzung eines „Zukunftsbaumes“ im Lehr- und Versuchsgarten stand symbolisch für die Bereitschaft der Kleingartenbewegung, Verantwortung für kommende Generationen zu übernehmen.

Ausbildung für und Beratung durch die Fachberatung als Investition in die Zukunft

Führung durch den Lehr- und Versuchsgarten

Foto: C. Neupert: Alle Rechte LNG

Für die Landesverbände war der Tag des Gartens zugleich ein Anlass, die Weiterentwicklung der Fachberatung in den Blick zu nehmen: Die Qualifizierung von Fachberaterinnen und Fachberatern bleibt der Dreh- und Angelpunkt für die Zukunftsfähigkeit des Kleingartenwesens. Bodenverbesserung, Schutz von Bestäubern, klimaangepasstes Gärtnern und Förderung der Biodiversität gehörten schon immer – und heute umso mehr – zu den Kernkompetenzen moderner Kleingartenanlagen. Die Kleingartenanlage von morgen ist ein Ort, an dem Umweltschutz gelebt, Gemeinschaft gestärkt und Wissen weitergegeben wird: ein unverzichtbarer Baustein für klimaresiliente Städte und Gemeinden.

Autor: Guido Beneke, Geschäftsführer, Landesverband Niedersächsischer Gartenfreunde e. V.